Vom Almweg zur Villacher Alpenstraße – vom Schigebiet zum Naturpark Dobratsch

Der Villacher „Hausberg“ rückte nach einer ersten landwirtschaftlichen Erschließung und als Wallfahrtsberg aus touristischer Sicht in den Vordergrund. Diese Erschließung hat bereits mit der Errichtung einer Schutzhütte für Alpinisten begonnen. 1896 entstand der Plan für eine Zahnradbahn von Villach auf den Dobratsch, der mangels Finanzierung nicht umgesetzt wurde. Ebenso scheiterten die Straßenpläne im Jahr 1907 und 1912 und die nach Schweizer Vorbild 1910 vorgeschlagene „Seilschwebebahn“ von Nötsch an Geldmangel. Ein geplanter Straßenbau 1923 konnte wegen eines Einspruchs Italiens nicht erfolgen: „Vom strategisch herausragenden Dobratsch aus könnte die österreichische Artillerie den 70 Kilometer entfernten Bahnhof von Udine beschießen“. Angeregt durch die touristischen Erfolge der Dolomitenstraßen sowie der Großglockner Hochalpenstraße gab es 1936 einen weiteren erfolglosen Straßenbauversuch. 1949 wollte man, nach dem Vorbild der benachbarten Gerlitzenbahn eine Gondelbahn mit 60 Kabinen bauen um den durch den Krieg völlig ausgefallenen Fremdenverkehrs zu beleben. Auch dieses Vorhaben scheiterte.

Erst nach 69 Jahren im Jahr 1954 übernahm das Land Kärnten die Terrasierungskosten und begann 7 Jahr später mit finanzieller Unterstützung durch den Bund den Bau der Straße. 1965 wurde die 16,5 km lange, 1200 Höhenmeter überwindende Straße fertiggestellt.

Mit den Bergsteigen war auch das Schifahren am Dobratsch angelangt. Neben Tourengehern wurden schon 1909 bei der Möltschacher Schanze am Fuß des Berges Sprungbewerbe bestritten. Zwischen 1931 und 1973 fand das spektakuläre „Lahnerrennen“ im Steilhang nach Bleiberg statt. Skilifte wurden ab 1965 am Dobratsch gebaut. Der Höhepunkt dieser Erschließung war der, entgegen aller Naturschutzbedenken, bau der „V73“ als Talabfahrt bis Heiligengeist. 30 Jahre später wird nach mehreren schneearmen Winter über eine Modernisierung und notwendige Bescheinungsanlagen verhandelt. Nachdem über 80 % des Villacher Trinkwassers vom Dobratsch kommen war an Schneekanonen etc. nicht zu denken. Die Lifte wurden abgebaut und nach Georgien verkauft.

Dies war zugleich die Geburt einer neuen Entwicklung. Mit der Gründung des Naturpark Dobratsch 2002 wurden Bildung, Erholung, Regionalentwicklung und Schutz zu den neuen Zielen erhoben. Nach anfänglicher Skepsis ist der Naturpark Dobratsch heute in der Region bestens verankert.

 

 

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